Widerrufsrecht

Kann ich vom Kreditvertrag zurücktreten?

Die Möglichkeit, von einem Kreditvertrag zurückzutreten, besteht – wenn auch nur in einem zeitlich begrenzten Rahmen. Maßgeblich ist das Widerrufsrecht bei Verbraucherverträgen, das im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt wird. Kreditnehmer haben damit die Option, ihre Entscheidung zu revidieren, zum Beispiel, weil sich die Konditionen im Nachhinein als zu teuer erwiesen haben, deutlich günstigere Angebote vorliegen oder weil man schlichtweg kalte Füße bekommen hat. Zu lange sollte man sich allerdings nicht Zeit lassen. Denn mit Erhalt der Informationen zum Widerrufsrecht und der Unterschrift auf dem Vertrag tickt die Uhr.

Das 14-tägige Widerrufsrecht

Das gesetzliche Widerrufsrecht beträgt 14 Tage. Einige Banken dehnen dieses Zeitfenster zugunsten ihrer Kunden ein wenig aus und bieten die Möglichkeit, binnen eines Monats vom Kreditvertrag zurückzutreten. Das ist allerdings eher die Ausnahme, zumal zwei Wochen recht großzügig bemessen sind, um sich darüber klar zu werden, ob die richtige Entscheidung war oder nicht. Deshalb weisen wir und auch die Verbraucherzentralen immer wieder darauf hin, einen Kredit in Ruhe zu planen und die Angebote Punkt für Punkt zu vergleichen. Derart vorbereitet sollten alle möglichen Bedenken ausgeräumt sein und kann der gewünschte Vertrag guten Gewissens unterschrieben werden. Wenn sich im Nachhinein doch noch der eine oder andere Zweifel zu Wort melden sollte, bleibt als letzter Ausweg immer noch der Widerruf.

Verbraucherrechte beim Kreditrücktritt

Die Rechte der Kunde sind diesbezüglich klar umrissen und wurden durch die Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie noch einmal geschärft. Entscheidend ist, dass der Kreditnehmer rechtzeitig über seine Rechte – und auch Pflichten – informiert wird, inklusive der Möglichkeit, vom Kreditvertrag zurückzutreten. Der Hinweis auf das Widerrufsrecht muss zum einem verständlich formuliert sein und darf sich andererseits auch nicht im Kleingedruckten verstecken. Für ein wenig mehr Rechtssicherheit sorgt ein Musterwiderruf, den der Gesetzgeber formuliert hat. Wichtig ist zum Beispiel, dass erwähnt wird, an wen der Widerruf gerichtet werden muss und welche Folgen es hat, wenn der Vertrag widerrufen wird. Nur wenn diese Belehrung vor Vertragsabschluss erfolgt, beträgt die Widerrufsfrist 14 Tage. Werden diese Informationen nachgereicht – auch wenn es nur einzelne Passagen sind –, sieht das BGB eine verlängerte Frist von einem Monat vor. Sie beginnt in der Regel an dem Tag, an dem Vertrag unterschrieben und an die Bank geschickt wird.