Gebundener Sollzinssatz

Der Sollzinssatz ist der Zinssatz, der dem Kreditnehmer jährlich für den in Anspruch genommenen Kredit berechnet wird. Vor Einführung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie war der gebundene Sollzinssatz als fester Nominalzinssatz bekannt.

Im Gesetz ist der "Sollzinssatz" als gebundener oder veränderlicher periodischer Prozentsatz definiert, der pro Jahr auf das in Anspruch genommene Darlehen angewendet wird.

Der gebundene Sollzins wird in der Regel bei Ratenkrediten verwendet. Der Zinssatz bleibt über die vereinbarte Laufzeit fest, so dass dieser hohe Planungssicherheit bietet (auch als "Sollzinsbindung" bezeichnet). Neben den gebundenen gibt es auch variable Sollzinsen. Diese können jederzeit verändert werden.

Kreditvergleich nur mit Effektivzins

Kreditnehmer müssen in diesem Zusammenhang allerdings beachten, dass der Sollzinssatz nur die reinen Zinskosten für den Kredit wiedergibt und somit lediglich eine Basis, nicht aber die tatsächliche Belastung, darstellt. Wer verschiedene Kreditangebote miteinander vergleichen möchte, muss sich am effektiven Jahreszins orientieren. Dieser beinhaltet neben dem Sollzins auch die weiteren im Zusammenhang mit der Kreditaufnahme entstehenden Kosten. Dazu gehören beispielsweise Bearbeitungs- und Vermittlungsgebühren.

Berechnung des Sollzinssatzes

Die Höhe des Sollzinses richtet sich nach mehreren Faktoren. Zum einen orientiert sich der Zinssatz am Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB).

Der Sollzins wird durch eine Rückrechnung ausgehend vom effektiven Jahreszins, der Laufzeit und dem Bearbeitungsentgelt ermittelt.

Aktuelle Entwicklung im Rahmen der Verbraucherkreditrichtlinie

Im Zuge der Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie zum 11. Juni 2010 sind alle Banken und Kreditvermittler verpflichtet, zusammen mit dem Kreditangebot den sogenannten Sollzinssatz (gebunden, variabel oder kombiniert) festzulegen.