Effektiver Jahreszins

Anhand des effektiven Jahreszinses wird der Preis des Kredites ermittelt. Da dieser die Gesamtkosten des Kredites widerspiegelt, lassen sich mit dem Effektivzins verschiedene Kreditangebote gleicher Zinsfestschreibungsdauer optimal vergleichen.

Jedes Kreditinstitut ist gesetzlich verpflichtet, im Rahmen des Kreditangebotes den effektiven Jahreszinssatz anzugeben. Grundlage für die Berechnung des effektiven Jahreszinses sind § 492 Abs. 2 Satz 1 BGB in Verbindung mit § 6 Preisangabenverordnung (PAngVO). Der effektive Jahreszins wird in Prozent pro Jahr angegeben.

Bei einem Kredit mit variablen Konditionen, wie oftmals bei Immobiliendarlehen zu finden, ist der "anfängliche effektive Jahreszins" anzugeben.

Was beinhaltet der effektive Jahreszins?

Im Gegensatz zum nominalen Jahreszins (Sollzinssatz) sind im Effektivzins alle Kosten enthalten, die im Zusammenhang mit dem Kredit anfallen. Neben dem Sollzinssatz sind das Bearbeitungs- und Vermittlungsgebühren, Tilgung, Laufzeit sowie eventuell Agio bzw. Disagio.

Ist der Kreditabschluss mit einer Restschuldversicherung verbunden, müssen auch diese Kosten mit in den Effektivzins einfließen.

Welche Kosten sind nicht im Effektivzins enthalten?

Gemäß § 6 Abs. 3 Nr. 1 -5 PAngVO sind folgende Kosten nicht mit in die Berechnung des effektiven Jahreszinses einzubeziehen:

  • Gutachterkosten
  • Bereitstellungszinsen
  • Kontoführungsgebühren
  • Teilzahlungszuschläge
  • Restschuldversicherung, sofern keine Voraussetzung für die Kreditvergabe
  • Kosten für Sicherheiten bei Immobiliendarlehen
  • Notargebühren

Wie wird der effektive Jahreszins berechnet?

Der effektive Jahreszins lässt sich anhand der Uniform-Methode berechnen:

Effektiver Jahreszinssatz = (Gesamtkosten x 2.400) ./. [(Laufzeit in Monaten + 1) x Nettokredit]

Mit der Berechnung nach der Uniform-Methode kann der Zins zwar leicht von dem von der Bank ermittelten effektiven Jahreszins abweichen, als Richtgröße kann dieser allerdings verwendet werden.

Aktuelle Entwicklung im Rahmen der Verbraucherkreditrichtlinie

Im Zuge der Einführung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie am 11. Juni 2010 wurde es Banken untersagt, mit dem niedrigsten Zinssatz zu werben. So genannte "Lockvogel-Angebote" gehören somit der Vergangenheit an. Neben dem niedrigsten muss jetzt auch der höchste Effektivzins angegeben. Die Institute sind auch verpflichtet, im Rahmen des Kreditangebotes dem Kunden ein repräsentatives Beispiel vorzulegen, in dem der effektive Jahreszins ausgewiesen wird, den mindestens zwei Drittel der Verträge entspricht.